Tag 2: Mittwoch, der 22.05.2013



Tagesdaten



Nach einer ruhigen Nacht auf dem Campingplatz weckt uns in der Früh die schottische Sonne. Bevor wir die nächste Tagesetappe angreifen gibt es zum ersten mal Frühstück an Bord. Inge zaubert ein perfektes 'Breakfeast' und wir lernen so ein Wohnmobil immer mehr zu schätzen.





           
Die Strecke führt uns Heute entlang des Loch Finey über Lochgilphead nach Oban. Immer wieder geht es an kleinen Orten mit weissen Häusern vorbei, von denen viele zu verkaufen sind. Überall sind kleine Seen und Schafe grasen praktisch auf jeder Wiese. Schottland zählt bestimmt mehr Schafe als Einwohner.

Die Landschaft, durch die wir hier fahren heißt Argyll und in einem kleinen Ort namens 'Dunan Fort' liegt angeblich in keltischer Zeit vor ca 1500 Jahren der Ursprung der schottischen Könige.

Jetzt geht die Strasse immer am Meer entlang nach Oban. Im Reiseführer steht, daß Oban eine sehenswerte Fußgängerzone hat, die wir uns auch anschauen wollen. Daraus wird aber leider nichts, da ich hier nirgendwo einen geeigneten Parkplatz für unser Wohnmobil finde. Ein ganz klarer Nachteil, aber auch der einzige.

           
Dieses Argyll ist von der Landschaft her sehr abwechslungsreich, mal ist das Meer auf der linken Seite, dann geht es über Anhöhen und dann ist das Meer wieder rechts. Die Strassen sind zwar schmal aber dafür gibt es kaum Verkehr.
Dann passiert es! Wir fahren über eine von den Brücken, die im Zuge der Strassenmodernisierung ihre alte Breite beibehalten haben und die auch noch einen Bogen nach links macht. Hier kommt uns dann ein Lieferwagen entgegen, dessen Fahrer vermutlich optimistischer ist als ich, er bremst nämlich nicht und schon knallt es. Die Brücke war an dieser Stelle eben nicht breit genug. Ich fahre über die Brücke und suche mir einen Platz zum halten. Als ich aussteige um mir den Schaden anzusehen kommt auch schon der Fahrer, ein junger Bursche mit einem Arm voller Spiegelteile auf mich zu. Da er so aufgeregt ist, daß ich ihn in seinem Dialekt kaum verstehe mein er, ich soll mit seinem Chef telefonieren. Der gibt mir dann alle Daten und sagt ich solle doch bitte die Rechnung an seine Firma schicken und alles wird ersetzt. Wir hatten nochmal Glück, bei uns war nur das Glas des Spiegels gesplittert und mit Tape habe ich es wieder in das Gehäuse geklebt und es kann weiter gehen.

Das Wetter ist im Moment richtig englisch. Auf Sonnenschein folgt kurze Zeit später Regen oder es ist total bewölkt, aber durch den Wind kommt immer wieder die Sonne durch.
Wir nähern uns Fort William, dem regenreichsten Ort in Schottland. Hier treffen Regenwolken vom Atlantik auf das Bergmassiv des Ben Nevis und regnen sich ungeniert aus.

Am Bahnhof vom Fort Williams gibt es Parkplätze auf denen man auch mit einem Wohnmobil Platz hat, und für 1,50 Pfund kann man hier einen ganzen Tag parken. Als wir ein Ticket ziehen wollen, finden wir eines, das ein Vorparker, der es nicht mehr gebraucht hat, für uns an den Automaten geklebt hat. Danke. In der Fußgängerzone von Fort William ist so wie in allen anderen Fußgängerzonen weltweit, es gibt Souveniers, Lebensmittel und Bekleidung. Natürlich fängt es immer wieder mal an zu regnen, wir sind ja schließlich in Fort William. Wir kaufen in einem 'Merrits' Lebensmittel und dann noch Eier bei 'Lidl'. Ja Lidl lohnt sich, sogar in Schottland.


Keine 10 km später landen wir dann am 'Linnhe Lochside Holidays' Campingplatz in Corpach. Der Platz ist sehr schön terrassenförmig angelegt mit einem tollen Blick auf den Loch Linnhe. Jetzt ist es 21:30 Uhr und es ist noch taghell. Die schottischen Tage sind schon im Frühling lang.